Letztes Jahr habe ich von euch so viele Fragen zu unserem Fotobuch bekommen. Das zeigt mir, dass ihr euch auch greifbare Erinnerungsstücke mit den Bildern wünscht, die ihr das Jahr über von euren Kindern und der Familie macht. Die Möglichkeit heutzutage nahezu immer eine Kamera dabei zu haben, egal ob im Smartphone, als Kompaktkamera oder als DSLR, bringt so manche Bilderflut mit sich. Diese Flut zu bewältigen kostet Zeit. Je mehr Fotos es sind, desto mehr Zeit. Deswegen wird die Hürde endlich alles zu sortieren größer und größer und das Projekt Fotobuch wird verschoben und wieder verschoben. Wer kennt das nicht?

Fotobuch gestalten – 13 Tipps für dein Jahrbuch
Fotobuch gestalten – 13 Tipps für dein Jahrbuch in Bildern

Deine Fotos für das Fotobuch organisieren

Ich habe schon immer gerne und recht häufig fotografiert, mit Kind aber nochmal wesentlich mehr. Es gibt so viele schöne und tolle Momente, die man mit Kindern festhalten möchte. Außerdem finde ich es selbst auch sehr interessant alte Fotoalben aus meiner Kindheit anzuschauen.

Zeit ist uns kostbar, die Erinnerungen verbunden mit den Fotos auch. Ich bin selber immer wieder dabei meine Organisation in puncto Fotografie zu verbessern und zu verschlanken. Damit die Fotos nicht nur auf der Festplatte liegen bleiben und mit den Jahren in Vergessenheit geraten, nehme ich mir immer wieder ein bisschen Zeit, damit nicht auf einmal ein großer Berg Arbeit auf mich wartet.

Mit meinen Routinen und Tricks für das Fotobuch samt Layout und Gestaltung möchte ich dir ein wenig Hilfe und Motivation geben. Schließlich beginnt gerade das neue Jahr und damit ein perfekter Zeitpunkt bisherige Vorgehensweisen zu optimieren.

1. Roter Faden – deine Struktur für die Fotos. Vorbereitungen für dein Fotobuch.

Unsere ganzen Fotos lege ich auf meiner Festplatte in Jahresverzeichnissen ab. Im Ordner für das Jahr 2020 habe ich dann 12 Ordner für die Monate. Ich beginne immer mit einer Zahl: 01-Januar, 02-Februar, 03-März… So werden mir die Ordner immer in der richtigen zeitlichen Reihenfolge angezeigt. Die Fotos speichere ich in diesen Ordnern und die Sortierung habe ich auf „Aufnahmedatum“ eingestellt. Wenn das bei dir unter “Rechtsklick” im Kontext-Menü noch nicht zu sehen ist, dann klicke auf „Mehr…“ und wähle den Punkt unter den Vorschlägen aus. In den einzelnen Monatsordnern speichere ich meist alle Bilder einfach ab. Nur für besondere Aktionen lege ich dort zusätzliche Ordner z.B. für Geburtstage oder Urlaub an. Damit schaffe ich mir eine optimale Grundlage um unser Fotobuch zu gestalten.

Deine Fotos für das Fotobuch organisieren - Fotobuch gestalten
Tipp 1: Roter Faden – deine Struktur für die Fotos. Vorbereitungen für dein Fotobuch

2. Fotobuch gestalten – jeden Monat ein paar To-dos erledigen

Für das leichtere Erstellen unseres Fotobuchs habe ich mir letztes Jahr zwei Sachen fest vorgenommen. Zum einen die Fotos vom Handy regelmäßig Ende des Monats zu sichern und auf meiner Festplatte abzuspeichern. Und zum anderen alle Fotos die ich ein wenig bearbeiten möchte nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern die Bearbeitung gleich durchzuführen. Diese Tipps möchte ich dir wirklich gerne ans Herz legen, denn das sind die Punkte die mich in den vorherigen Jahren die meiste Zeit bei der Gestaltung unseres Fotobuchs gekostet haben. Vielleicht schaffst du es auch schon eine Auswahl der Bilder für das Fotobuch jeden Monat anzulegen.

  • Speichern in Ordnern je Jahr und Monat
  • Ende jeden Monats die Fotos und Videos vom Handy herunterladen
  • RAW-Fotos jedes Mal gleich bearbeiten, wenn sie auf der Festplatte gespeichert werden

3. Einheitlicher Bildlook für das Fotobuch

Da ich jedes Bild im RAW-Format in Lightroom entwickle, habe ich mir dieses Jahr vorgenommen zu Jahresbeginn einen finalen Look für alle Bilder zu erstellen. Dazu kann man in Lightroom ein Preset entwickeln. Aber auch mit anderen Bildbearbeitungstools kannst du Filter, Voreinstellungen und dergleichen anwenden. Presets und Filter/Voreinstellungen verleihen deinen Fotos einen einheitlichen Bildlook. Diese bringen eine wunderschöne Harmonie in dein Fotobuch.

Fotobuch gestalten und Bilder auswählen

4. Welche Motive fotografiere ich gerne?

Neben den alljährlichen Geburtstagen und Urlauben bei denen viele ihren Fotoapparat auspacken, ist es mir wichtig auch ganz normale Alltagssituationen festzuhalten. Auch einfache Momente werden festgehalten und gehören später oft zu den schönsten Erinnerungen. Denn jeder Tag ist besonders. Am liebsten sind mir die Momente in denen überhaupt nicht bemerkt wird, dass ich ein Foto mache. Kerstin hat auf ihrem Blog gerade einen tollen Artikel zu ihrem Fotobuch veröffentlicht. Neben vielen Tipps hat sie sehr schön geschildert, welche Momente sie von ihrer Familie gerne fotografiert. Du findest dort viele Ideen um dein Fotobuch zu gestalten und Inspirationen. Schaue auf jeden Fall vorbei, es lohnt sich sehr!

5. Was gehört für mich noch in unser Fotobuch?

Für unser Foto-Jahrbuch ist es mir sehr wichtig hin und wieder auch Ausschnitte aus unserem Zuhause abzubilden. Kennst du das auch? Wie sahen die Wohnzimmermöbel deiner Eltern aus als du noch ein Kind warst? Oder die Spielecke in deinem Kinderzimmer? Wie hat sich dein Garten im Laufe der Jahre entwickelt? Oder wie sah euer erstes Auto aus? Das sind alles Dinge die mich bei den Fotoalben meiner Eltern früher schon interessiert haben. Und heute fragt mein Sohn nach so etwas. Also achte ich bewusst darauf, meine Familie nicht nur nah dran oder als Portrait zu fotografieren, sondern auch einzelne Interieurfotos für unser Jahrbuch auszuwählen.

Fotobuch gestalten - Tipp 5: Familienfotos und was gehört noch hinein?

6. Wahrhaftigkeit statt Perfektion

Manch ein Foto, das eigentlich eine recht schlechte Aufnahme ist, schafft es trotzallem in mein Fotobuch, auch wenn der Fokus nicht ganz sitzt oder es verwackelt ist. Vielleicht ist es gerade das Bild, was uns daran erinnert wie wir im Frühling das erste Mal nach langer Zeit die Sonnenstrahlen genossen haben und barfuß über den frischen grünen Rasen geflitzt sind. Ich möchte dir damit sagen, sei nicht zu kritisch mit deinen Fotos. Natürlich sind knackig scharfe Bilder toll, aber mit Kindern und Babys geht es manchmal viel zu schnell zu. Vielleicht glitzert auch gerade die Sonne so schön durch die Bäume und im nächsten Augenblick hat sich eine Wolke davor geschoben. Also – halte bei der Bildauswahl nach wahren Momenten Ausschau. Nach Momenten, die bei dir die meisten Emotionen hervorrufen und nicht nur die, die technisch perfekt sind.

7. Auswahl der Bilder – Harmonie im Jahrbuch

Fotobuch gestalten: Anstelle von vielen einzelnen Schnappschüssen platziere ich lieber Bilder einer ähnlichen Farbgebung zusammen auf einer Doppelseite im Fotobuch. So harmonieren alle Bilder miteinander die gleichzeitig gesehen werden. Kerstin hat auf ihrem Blog den Tipp gegeben, dass lieber mehrere Bilder an einem Tag oder bei einer bestimmten Aktion gemacht werden, als immer wieder Schnappschüsse in unterschiedlichsten Momenten. Das finde ich sehr gut.

Tipp 7: Auswahl der Bilder – Harmonie im Jahrbuch

8. Ein Auge für Details

Was ich noch gerne in unser Fotobuch mit hinein nehme sind Detailaufnahmen. Bilder von Details zu einem Fotothema sorgen im Fotobuch Layout immer wieder für besondere Blickwinkel. Das können die dreckigen Gummistiefel sein, die du nach einem Spaziergang gemacht hast. Aber auch die Kerzenflamme im Herbst, die schmutzigen Kinderhände die beim Spielen im Garten in der Erde wühlen oder ein Foto der Hausnummer deiner Ferienwohnung im Urlaub. Kombiniere diese Detailfotos mit dem Rest der Bilderserie beim Gestalten deines Fotobuchs. Solche Fotos lockern dein Fotobuch unheimlich auf und wecken zeitgleich Erinnerungen und Emotionen.

9. “Und wo bist du Mama?“

Ein Thema auf das ich gerade erst wieder aufmerksam wurde. Alex hat es gerade in ihrem tollen Newsletter angesprochen. Kennst du das auch? Ihr schaut euch zu Hause eure Familienfotos im Fotobuch an und deine Kinder fragen: „Und wo bist du Mama?“ Kinder stellen so viele Fragen, schauen jedes noch so kleines Detail auf den Bildern an und suchen nach dem Elternteil das hauptsächlich die Bilder aufgenommen hat. Es ist für kleine Kinder schwierig zu verstehen, dass du das Foto gemacht hast und somit auch da warst.

Dabei ist es so schön, die alten Fotobücher durchzublättern wenn die Kinder größer sind und ihnen zu zeigen wie Mama und Papa früher aussahen. Bilder die zeigen wie ihr zusammen euren Alltag gemeistert habt und wie die Bindung von euch war. Mir fallen dazu drei Möglichkeiten ein: Selbstportraits, jemand anderem die Kamera in die Hand geben oder ein/e Fotograf/in der/die authentische Bilder von dir und deiner Familie macht. Leni ist Familienfotografin und aktuell in Babypause. Auf ihrem Instagram-Account gibt sie im Moment viele wertvolle Ideen und Tipps zu Selbstportraits. Auch auf dem Blog gibt es tolle Infos z.B. zu Selbstportraits und wie du mit aufs Bild kommst. Alex ist Fotografin für Mütter. Für Fotos mit Erinnerungswert. Fotografinnen wie sie machen von dir und deinen Kindern Bilder die eure ganz eigene Geschichte erzählen.

Ich habe 2020 ganz bewusst angefangen Selbstportraits von mir zusammen mit meinem Sohn zu machen. Das sind wirklich tolle Bilder im Jahrbuch. Und ich werde es dieses Jahr auch wieder machen. Jeden Monat mache ich bei einer alltäglichen Situation von uns ein paar Bilder.

Jahrbuch gestalten - "Wo bist du Mama?" Selbstportraits mit Kind

Ein Jahresrückblick im Fotobuch-Format

10. Die Gliederung

Unserem Fotobuch gebe ich eine Struktur mit Monaten. Jeder Monat fängt mit einer Kapitelseite an. Die Kapitelseiten enthalten den Monat als Überschrift und einen (kurzen) Text, was wir in diesem Monat so erlebt haben, unsere schönsten Erinnerungen, was besonders war oder uns bewegt hat. Auf der Kapitelseite platziere ich keine Bilder, sondern lasse freie Fläche um den Text wirken zu lassen.

Für dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, dass ich immer Ende des Monats einen kurzen Text verfasse. Da ist noch alles frisch und aktuell. Im Frühjahr/Sommer hatte ich ein paar Zeilen für den Blog über unsere Corona-Zeit geschrieben. Diese Texte passen sehr gut ins Fotobuch. Das werde ich in Zukunft regelmäßig so machen. 🙂

11. Seitengestaltung – Fotobuch Layout

Bei der Seitengestaltung achte ich darauf, diese nicht zu voll mit Bildern zu füllen. Freie Fläche wird Weißraum/Leerraum genannt. Beim Layout deines Fotbuchs kommen die Fotos besser zur Geltung, wenn ausreichend Weißraum auf den Seiten vorhanden ist – „Inhalt will atmen.“ Außerdem bringt freier Platz Ruhe in die Gestaltung. Für den Hintergrund im Fotobuch wähle ich einfarbige Seiten oder ganz schlichte einfache Muster die nicht von den Motiven ablenken. Diesen Hintergrund setze ich im ganzen Fotobuch bei der Gestaltung einheitlich ein.

Fotobuch gestalten: Zu Beginn lege ich 5-8 Musterseiten an. Hier richte ich den Hintergrund ein und setze mir Platzhalter für die Fotos auf die Seiten. Auch die Schriftart, Schriftgröße und die Farbe der Schrift lege ich auf den Musterseiten fest. Diese Einstellungen wechsel ich nicht innerhalb eines Fotobuchs. Ich empfehle dir nicht mehr als 2 Schriftarten miteinander zu kombinieren und nicht mehr als 3 Schriftgrößen zu wählen. So bekommst du einen professionellen Look für dein Fotobuch. Mit diesen 5-8 verschiedenen Musterseiten fülle ich das ganze Jahrbuch.

Oft gibt es bei den Anbietern schöne Buchvorlagen. Hier eignen sich die schlichten Vorlagen am besten. Denn wirken sollen deine Fotos und nicht die wilden Muster im Hintergrund.

12. Anbieter

Für Fotobücher gibt es die unterschiedlichsten Anbieter. Alle kenne ich nicht. Cewe und Saal Digital kann ich sehr gut weiter empfehlen. Kerstin hat auf ihrem Blog einen sehr schönen Einblick zu den Möglichkeiten mit Cewe geschrieben. Über Saal Digital habe ich letztes Jahr berichtet.

13. Checkliste für dein Fotobuch

Ganz zum Schluss, bevor ich mein Fotobuch in den Warenkorb lege und auf bestellen drücke, ist mir ein letzter Check wichtig. Es ist einfach ärgerlich, wenn im gedruckten Buch Fehler enthalten sind. Dafür nutze ich eine kleine Checkliste:

  • Gibt es noch leere Platzhalter für Bilder oder Texte?
  • Stimmt die Ausrichtung aller Fotos? Sind alle Kanten bündig zueinander oder hat sich etwas verschoben?
  • Ist die Auflösung der Fotos ausreichend?
  • Sind die Bildausschnitte korrekt?
  • Sind Bilder doppelt eingefügt?
  • Wie sieht es mit dem Einband und dem Buchrücken aus? Ist der Text mittig auf dem Buchrücken? Passen die Bilder auf den Einband oder wird etwas beim Drucken und Binden weggeschnitten?
  • Rechtschreibung/Grammatik: Gibt es noch Fehler im Jahrbuch? Am besten ist es wenn eine zweite Person das Fotobuch Korrektur liest.

Abschließende Gedanken und Ideen zum Fotobuch-Projekt

Zum Schluss habe ich noch einen Tipp für dich. Bei uns gibt es das Foto-/Jahrbuch zu einem bestimmten Ereignis wie zum Beispiel einem Geburtstag. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer schöner ist, wenn das Fotobuch nicht einfach mit der Post geliefert wird. Sondern dann ausgepackt wird, wenn die ganze Familie zusammen ist und Zeit/Gemütlichkeit zum Angucken und in Erinnerungen schwelgen da ist.    

Bist du dir manchmal unsicher wie du mit deiner Kamera schöne Bilder deiner Familie machst, dann schau doch mal in meinen kostenlosen Fotoworkshop. Ich erkläre dir in einfachen Schritten den Zusammenhang zwischen Blende und Belichtungszeit. Gebe Tipps zum Bildaufbau und zur Schärfe oder zum fotografieren im Familienalltag.

Fotobuch für das letzte Jahr gestalten

Ich hoffe ich konnte dich motivieren und dass du ein paar wertvolle Tipps mitgenommen hast. Wenn du Fragen hast, dann schreibe mir doch unten einen Kommentar. 🙂 Viel Spaß beim Gestalten deines Jahrbuchs.

Ich freue mich von dir zu lesen!

Bis bald, Svenni
Fotobuch für das letzte Jahr gestalten
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